Die ersten Jahre1984 Nach längerer Vorlaufzeit und mehreren Zeitungsinseraten in der Lokalpresse, welche um interessierte Modellbahnfreaks warben, wurde der Modellbahnclub Baden am 15. Juni 1984 gegründet. Die konstituierende Sitzung fand im Grand Hotel ”Sauerhof” statt. Zum ersten Obmann wurde derjenige Mann gewählt, der auch die Idee zur Clubgründung hatte: Josef Schottleitner. Was Josef Schottleitner zur Gründung des Modellbahnclubs bewog, war die Tatsache, dass er – wie viele andere Modellbahner auch – gerne eine Anlage gehabt hätte, auf der er seine zahlreichen Lokomotiven und Waggons auch fahren sehen könnte. Allerdings fehlt den Meisten in den eigenen vier Wänden der Platz dafür. Also hob man den MBC aus der Taufe und machte sich sogleich auf die Suche nach einem geeigneten Clublokal, wo der Traum einer Anlage auch in Erfüllung gehen konnte. Vorerst traf man sich einmal im Monat im Restaurant ”Schwarzer Bock” in der Pergerstrasse. Noch im Herbst begannen Gespräche mit der Stadtgemeinde Baden über die Anmietung eines Clublokals, welche bald abgeschlossen werden konnten. Der MBC Baden mietete die ”Baracke” am Kinderspielplatz in der Rathgasse/Ecke Wimmergasse (Umkleidekabinen des ehemaligen Leesdorfer Kinderfreibades). Kurz vor Weihnachten wurde der Club von der Gemeinde eingeladen, an der Weihnachtsausstellung im Frauenbad teilzunehmen. Da eine Anlage in so kurzer Zeit weder gebaut noch geliehen werden konnte, beschränkte sich unsere Präsenz auf Vorträge, in welchen der Club vorgestellt wurde, sowie die Vorführung von Videofilmen. 1985 Das Clubleben wurde “intensiviert“; die Clubabende fanden nun zwei mal monatlich statt. Mittlerweile wurde das ”neue” Clubheim in mühseliger Arbeit für unsere Zwecke adaptiert: Es wurden die Zwischenwände entfernt, die Aussenwände isoliert und ausgebessert, die Dachrinne von allerlei Unrat befreit, Elektroinstallationen wurden durchgeführt, um Licht und Strom zu haben, ein Rauchfang musste aufgemauert werden um die Beheizung des Gebäudes zu ermöglichen....eine Menge Arbeit! Parallel dazu befasste man sich bereits mit der Anlagenplanung. An vielen langen Abenden wurden Gleispläne gezeichnet, diskutiert, umgeplant, verworfen, zerrissen.....bis man sich schließlich auf einen Plan einigen konnte. Auch in diesem Jahr nahmen wir wieder an der Weihnachtsausstellung im Frauenbad teil. Doch diesmal konnten wir den Besuchern eine schöne Anlage, welche uns von einer damals in Baden ansässigen Modellbahnfirma überlassen und von den Clubmitgliedern in Eigenregie restauriert und adaptiert wurde, zeigen. Ein anderer Modellbahnhersteller stellte ein Modell eines Gleisbild-Stellwerkes zur Verfügung, und wiederum von einem Anderen bekamen wir ein kleines Diorama, auf welchem alles mögliche leuchtete und blinkte. Auch das neueste Modell eines Wiener Herstellers, der S-Bahn Triebwagen der Baureihe 4020, drehte dort seine Runden. 1986 In diesem Jahr trafen sich die Clubmitglieder bereits wöchentlich, um mit dem Aufbau der Modellbahnanlage zu beginnen. Das Grundgerüst für die Anlage besteht aus einer stabilen Metallrahmenkonstruktion, welche wir von einem schwedischen Möbelhaus gesponsert erhielten. Noch in diesem Jahr konnten die ersten Gleise auf der zukünftigen Anlage verlegt und auch befahren werden. Der ”Traum” begann also, langsam Gestalt anzunehmen. Im Herbst erhielten wir die Gelegenheit, eine Ausstellung im Kassensaal der Sparkasse Baden zu veranstalten. Dort wurden eine LGB Anlage sowie zahlreiche Eisenbahnmodelle in Vitrinen gezeigt. 1987 ”150 Jahre Eisenbahn in Österreich” – unter diesem Motto stand das Jahr 1987. Zahlreiche Veranstaltungen wurden aus diesem Anlass besucht, und auch bei den sehr zahlreich stattfindenden Sonderfahrten waren immer wieder Mitglieder des MBC dabei. Aber auch der Anlagenbau machte Fortschritte. Die Gleisverlegung konnte nahezu abgeschlossen werden, und eine automatische Block- und Schattenbahnhofssteuerung die als ”hypermodern” gepriesen wurde, eingebaut und in Betrieb genommen. Mit einem wehmütigen Seitenblick auf die Wiener Lokalbahnen (WLB) müssen wir feststellen, das die Altwagen der Reihe 200/300 nach über 60-jähriger Einsatzzeit nun endgültig von den Gelenktriebwagen der Reihe 100 aus dem Betrieb verdrängt wurden. Einige der Altwagen sind jedoch als Nostalgiefahrzeuge bis heute erhalten geblieben. 1988 Die Hauptstrecke der Clubanlage ist mittlerweile durchgehend befahrbar. Jetzt begann ein sehr müseliger Teil des Anlagenbaus, nämlich die Verkabelung aller Weichen. Dazu verbrachten wir sehr viel Zeit ”im Untergrund”. Auch die ersten Ansätze der Landschaftsgestaltung waren bereits zu sehen. Im Nebenraum wurde aus den Sammlungen der Clubmitglieder ein Zeitschriften-Archiv zusammengetragen, welches sehr bald beachtliche Dimensionen annahm. Das Ordnen und Katalogisieren nahm mehr als ein Jahr in Anspruch. In diesem Jahr feierte die Badner Bahn ihren 100sten Geburtstag. Dieses Jubiläum wurde von der österr. Postverwaltung als Anlass für eine Sonderbriefmarke genommen, deren Motiv ein Gelenktriebwagen der Type 100 war. 1989 - 5 Jahre MBC Baden!Anlässlich der Jahreshauptversammlung gab es den ersten (und bisher auch einzigen) Obmannwechsel in der Geschichte des MBC Baden. Josef Schottleitner wurde von Ing. Leopold Ballek in seiner Funktion abgelöst und steht dieser dem Verein bis zum heutigen Tage vor. Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr das „Eisenbahn-Sommerfest“ im Garten eines Clubmitgliedes abgehalten. Am 16. Dezember war es dann soweit - erstmals präsentierte der MBC Baden seine Anlage der Öffentlichkeit: Der erste „Tag der offenen Tür“ wurde abgehalten. Dieser fand regen Zuspruch und obwohl die Anlage noch sehr im Rohzustand war, waren die Besucher durchwegs begeistert. Auch das angebotene Buffet wurde gerne angenommen. Es geht weiter.....1990 Die Anlage nimmt Gestalt an! Unermüdlich wird gebaut, verkabelt, gespachtelt, begrünt, Häuser werden gebaut ... es ist also immer etwas zu tun. Die Idee eines eigenen, gemütlichen Aufenthaltsraumes wurde zwar umgesetzt, fand aber keinen grossen Anklang, da die Räumlichkeiten zu weit von der Anlage entfernt waren. Und deshalb wurde dieser Raum auch bald wieder seiner ursprünglichen Widmung als Abstellraum zugeführt. Auf Grund des Erfolges des vorigen Jahres wurde auch dieses Jahr wieder ein ”Tag der offenen Tür” abgehalten. 1991 Erstmals läuft der Verkehr auf unserer Anlage halbwegs geregelt ab. Die ersten Signale wurden angeschafft und aufgestellt. Etliche Signale entstanden auch im Eigenbau in den Werkstätten der Clubmitglieder. Auch wurde mit den Vorarbeiten zur “Elektrifizierung” der Hauptstrecke begonnen. Zahlreiche ”Zahnstocher” steckten dort in der Anlage, wo irgendwann einmal Oberleitungsmaste stehen sollten; auch der Landschaftsbau schritt voran. Die Bundesheer-Kaserne am Ende der Nebenbahnstrecke ist ebenfalls bezugsfertig. Wir haben sie auf den Namen eines Clubmitglieds und Offiziers ”Rotter-Kaserne” getauft. Bereits zum dritten Mal wurde heuer der ”Tag der offenen Tür” abgehalten. Erstmals war dabei die Anlage an zwei hintereinanderfolgenden Tagen für die Besucher zugänglich. 1992 Die Signalmeisterei setzte ihre Arbeit unermüdlich fort, um den Betrieb auf unserer Anlage sicherer und vorbildgerechter zu machen. Parallel dazu wurde die Weichensteuerung fertiggestellt. Als Weichenantriebe finden auf der gesamten Anlage ausgediente Postrelais Verwendung. Am heurigen Tag der offenen Tür war auch ein Kamerateam des ORF anwesend. Der anschließende Bericht im Fernsehen enthielt jedoch – fälschlicherweise – die Ankündigung, dass die Anlage auch am 24. Dezember zu besichtigen sei. Wegen der vielen Anfragen die uns erreichten entschlossen, wir uns aber kurzfristig, auch am 24. Dezember unsere Anlage zur Besichtigung freizugeben. In der Vorweihnachtszeit fand auch wieder eine Eisenbahn-Ausstellung im Kreativzentrum statt, bei welcher zahlreiche Fahrzeuge in etlichen schön gestalteten Vitrinen präsentiert wurden. 1993 ”Es regnet” – leider ins Clubheim hinein. Glücklicherweise wurde der ”Dachschaden” schnell entdeckt und von der Gemeinde auch ebensoschnell repariert, sodass größere Schäden an der Anlage verhindert werden konnten. Auch führten wir in diesem Jahr den ”Fahrtag” ein: Jeden 1. Clubabend im Monat besteht die Möglichkeit, die Clubanlage zu besichtigen und eigene Lokomotiven und Wagen mitzubringen, damit diese auch ”in Fahrt” bestaunt werden können. Die Elektrik der Anlage geht langsam aber sicher ihrer Vollendung entgegen. Und auch die ersten Fahrleitungsmasten wurden schon aufgestellt. Und wieder mussten wir von einem Fahrzeugtyp der WLB Abschied nehmen: Die „Kölner“ (Reihe 10/90) schieden aus dem Betriebsdienst aus. Der letzte Betriebstag wurde von vielen Eisenbahnfreunden genutzt, um diese Wagen noch einmal zu fotografieren und mit ihnen zu fahren speziell deshalb, weil kein einziges Fahrzeug dieser Type bei den WLB verblieb.
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